2026 Museum u. Altstadt Wiesbaden, 14.April
Kunst, Kultur und heiße Quellen in
Wiesbaden
Trübes Wetter – aber ein sehr schöner Tag! So lautete wohl das allgemeine Resümee einer Museums- und Stadtfahrt zu der der Freundeskries Buch und Kunst als Förderverein der Gemeindebücherei
Neunkirchen-Seelscheid nach Wiesbaden eingeladen hatte. Der Vormittag stand im Zeichen der Altstadt-Erkundung, während der Nachmittag einer Führung durch die laufende Sonderausstellung des
Landesmuseums Wiesbaden gewidmet war.
Anhand eines ausgearbeiteten Stadtplans wurden die Teilnehmer bereits im Bus auf einen vorgeschlagenen Rundgang durch die Altstadt vorbereitet. Dabei erhielten sie reichlich
Hintergrundinformationen zu den wesentlichen Örtlichkeiten und Sehenswürdigkeiten im „historischen Fünfeck“, dem Kern der Altstadt, sowie dem Kurbereich jenseits der ehemaligen Promenade an der
Wilhelmstraße.
An Ort und Stelle machte man sich dann gemeinsam auf den Weg zum Marktplatz, um sich inmitten der Marktstände und mit Blick auf die imposante, fünftürmige Marktkirche eine erste Orientierung im
Stadtbild zu verschaffen. In mehr oder weniger großen Grüppchen ging es dann quer durch die verwinkelte Altstadt zum Kochbrunnenplatz. Mit 66 Grad sprudelt hier die heißeste von insgesamt
26 dokumentierten Wiesbadner Thermalquellen ans Tageslicht. Beeindruckt vom weithin erkennbaren Wasserdampf konnte man aus nächster Nähe die braun-roten Sinterablagerungen bestaunen, die den
tonnenschweren Brunnenstein mit einer nachwachsenden Mineralienschicht überziehen. Da die Schicht jährlich mehr als fünf Zentimeter anwächst, muss sie immer wieder entfernt werden und findet in
Stücken reges Abnehmer-Interesse.
Nach einer vorsichtigen Geschmacksprobe an der heißen Mineralsalzbrühe ging es dann weiter durch die einladende Fußgängerzone, vorbei an Stadtschloss mit Hessischem Landtag, über den Rathausplatz
und wieder zurück zur Marktkirche. Die Teilnahme an der samstäglichen Orgelmatinee in diesem evangelischen Stadt-Dom der ehemaligen Herzöge von Nassau rundete das kulturelle Vormittagsprogramm
ab, und jeder fand reichlich Zeit und Angebot für eine individuelle Mittagspause.
Der Nachmittag im Hessischen Landesmuseum Wiesbaden stand unter dem Ausstellungsmotto „….oder wie die Kunst ins Museum“ kommt“. Dabei konnte sich der Freundeskreis nicht nur vom breiten
Ausstellungspektrum an Werken der Moderne überzeugen sondern erhielt auch einen tiefen Einblick in die Sammler- und Spender-Welt des Museums sowie in die persönlichen Netzwerke und glücklichen
Umstände die zum heutigen Werkbestand maßgeblich beigetragen haben.
(Text u. Bilder: H. Leyser)
2025 Themenfahrt 27.April bis 04.Mai
Mit Buch & Kunst in die
Weser-Renaissance
Unter das Motto „Weser-Renaissance“ hatte der
Freundeskreis Buch und Kunst Neunkirchen-Seelscheid e.V. seine 8-tägige Themenfahrt in diesem Jahr gestellt. Doch wie so oft beim Freundeskreis, gab es bei näherem Hinsehen mal wieder einiges mehr zu
erleben, als das Etikett und der Zielort Hameln, mit Tageszielen auf und ab der Weser, vermuten ließen.
Bereits auf dreiviertel der Strecke machte die Gruppe bei einem ausgedehnten Stadtrundgang durch die Altstadt von Lemgo
erste Kontakte mit architektonischen Zeitzeugen und historischem Kontext des 16. und 17. Jahrhunderts. Zahlreiche restaurierte Fachwerkhäuser und Erläuterungen verdeutlichen den damaligen,
bürgerlichen Wohlstand, generiert zu Zeiten der Hanse, sowie den nachfolgend wirtschaftlichen Abstieg aufgrund der Turbulenzen der Reformationszeit und des 30-jährigen Kriegs. Noch heute erinnert das
„Hexenbürgermeisterhaus“ an vier schmerzhaft durchlebte Perioden der Hexenverfolgung in Lemgo, belegt durch zahlreiche Prozessakten und im Zeitraum von 1564 bis 1681 zu etwa 250 Todesurteilen geführt
haben sollen.
Die anschließende Führung im Weserrenaissance Museum „Schloss Brake“ verdeutlichte dann den wirtschaftspolitischen
Hintergrund der als „Weser-Renaissance“ bekannten Architektur sowie dem typischen, aus römisch-italienischen Epochen entlehnten Schmuckwerk.
In den darauffolgenden Tagesexkursionen konnte die Gruppe nicht nur ihren Blick für „Welsche Giebel“, eckige
Treppentürme, „Zwerchhäuser“ und „Utluchten“ trainieren, sondern vor allem die bezaubernde Weserregion mit liebevoll restaurierten Altstadt-Bereichen zwischen Schloss Fürstenberg im Süden und Schloss
Bückeburg im Norden Hamelns kennen lernen. Wie ein Mosaik setzten sich Führungen und Besuche zu einem immer bunteren Bild der „Weser-Renaissance“ zusammen. Die Führung durch das Museum der Manufaktur
Schloss Fürstenberg mit Besuch und Diskussion in der Werkstatt, die Eindrücke in der ehemaligen Benediktiner Abtei „Schloss Corvey“, die Führung im Schloss Bevern, dem ehemaligen Sitz derer v.
Münchhausen und die Führung beim“Lügen-Baron“ im Münchhausen-Museum und der Stadt Bodenwerde, sie ließen Zug um Zug ein Gesamtbild erkennen. Durch weitere Führungen im Schaumburgischen Mausoleum in
Stadthagen, in Schloss Bückeburg, dem Wohnsitz der Fürsten zu Schaumburg-Lippe, einer Dressurvorführung der Bückeburg’schen Hofreitschule sowie einer Führung durch das Rittergut „Schloss
Hämelschenburg“, dem Wohnsitz der Ritterfamilie von Klenke, kamen beeindruckende Einblicke in die einstige und heutige Lebensweise des Hoch- und Ritteradels hinzu.
Damit diese vielen Eindrücke gut verdaubar waren, gab es immer wieder reichlich Gelegenheit zu einem unterhaltsamen Kaffee-Päuschen, bis hin zu einer ausgedehnten Mittagspause in den Weserauen am
TV-bekannten „Weser Imbiss“.
Natürlich wäre eine Fahrt nach Hameln ohne die Geschichte vom Rattenfänger undenkbar und die Gruppe hatte reichlich Zeit,
mit einem außergewöhnlich kundigen Stadtführer die diversen historisch denkbaren Alternativen dieser „Kindesentführung“ zu Zeiten des 30-jährigen Krieges zu
diskutieren.
Die Rückfahrt mit einem Besuch des wohl ersten Weser-Renaissance Schlosses Neuhaus in
Paderborn und ein Besuch der Dom-Stadt rundeten diese Exkursion der Freunde von Buch & Kunst ab.
FREUNDESKREIS BUCH UND KUNST NEUNKIRCHEN-SEELSCHEID e.V.